Warum dich dein Bug Out Bag umbringen kann

Bug Out Bag Survival Rucksack

Dein Bug Out Bag hat im Prinzip nur einen wichtigen Zweck zu erfüllen: Dich für 72 Stunden am Leben zu halten, falls du dich in einer Katastrophensituation in Sicherheit bringen musst.

Der Trend, den man oft in Artikeln liest oder in Videos sieht, scheint aber entgegen dieser einfachen aber wichtigen Aufgabe zu stehen. Bis auf einen tragbaren Fernseher und den Badezimmer Bluetooth-Lautsprecher wird alles in den Rucksack gepackt, was man eventuell (!) brauchen könnte. Und all das führt dazu, dass der Rucksack am Ende genau so viel wiegt wie die Person, die damit schnell und flexibel unterwegs sein möchte. Dabei werden Dinge eingepackt, die eben nicht essentiell sind und noch schlimmer: Dinge, die einen in der Summe umbringen können!

 

Zwei Überlegungen, die den Reiz eines Bug Out Bags ausmachen

Als ich damit angefangen habe, mich mit dem Thema Preparedness, Bug Out Bag und Get Home Bag auseinander zu setzen, stand vor allem das Bug Out Bag ganz oben auf meiner Prioritätenliste.

Primär, weil ich in einem dicht besiedelten Gebiet lebe, in dem schon ohne Katastrophen ein Menge Hektik und manchmal auch unsympathische Mitmenschen anzutreffen sind. Als zweites, weil allein das Gedankenspiel spannend ist, was man alles bräuchte, um auf sich gestellt zu überleben. Ohne Einkaufsmöglichkeiten, fließend Wasser und die Sicherheit, dass die eigene Wohnung ausreichend Schutz vor allen möglichen Einflüssen bietet.

Nach längerer Recherche zu Bug Out Bags (allein bei YouTube gibt es hunderte guter Videos dazu)  kristallisiert sich eigentlich nur eine Gemeinsamkeit heraus: Das Bug Out Bag soll dich am Leben halten und dich nicht in den Urlaub begleiten. Das Bag sollte für dich der rettende Begleiter sein, wenn du schnell aufbrechen und raus aus dem Gefahrengebiet musst!

 

Brauche ich überhaupt ein Bug Out Bag?

Gute Frage! Die Antwort hängt davon ab, was du mit dem Bug Out Bag erreichen möchtest. Ist dein Plan, dich in einem SHTF Szenario in den nächsten großen Wald zu flüchten und dort auszuharren, bis sich die allgemeine Situation wieder beruhigt hat? Oder geht es dir darum, an der nächsten Anlaufstation sicher anzukommen, wo die Allgemeinheit Hilfe erwarten kann?

Für die meisten Leute wird ein Bug Out Bag so etwas wie ein Anker für das ruhige Gewissen sein. Eben die Gewissheit, dass man im Worst-Case-Szenario einfach einen Rucksack greifen kann, der einem dabei hilft, besser zurecht zu kommen. Meistens sind solche Bug Out Bags für die Leute, die in einer Region Leben, in denen es zu Überschwemmungen, Waldbränden oder je nach Wohnort auch Erdbeben kommen kann.

 

Warum kann dich dein Bug Out Bag also nun umbringen?

Es gibt zwei gute Gründe, warum dich dein Bug Out Bags umbringen könnte. Beide sind auf nicht logisches Nachdenken zurück zu führen und somit im Prinzip leicht zu umgehen.

 

Grund 1: Dein Bug Out Bag ist zu schwer

Offensichtlich und eigentlich selbsterklärend ist dieser Grund, da man mit zu viel Gepäck nur schlecht voran kommt. Möchte man sich möglichst schnell von einer Gefahr weg bewegen, ist es sinnvoll, keinen 20kg schweren Rucksack mitschleppen zu müssen. Denn allein das Wasser für 3 Tage pro Person nimmt schon gut 5 bis 7 Kilogramm in Anspruch. Zusätzlich ist man es in der Regel schlichtweg nicht gewöhnt, mehr als 10kg in einem Rucksack zu tragen. Die Folge können Verletzungen durch Überlastung und zu schnelle Ermüdung sein.

 

Grund 2: Dein Bug Out Bag bekommt ungewünschte Aufmerksamkeit

Stell dir folgendes Szenario vor: Es gibt seit zwei Tagen keinen Strom mehr. Fließend Wasser und volle Regale in den Supermärkten in deiner Gegend gibt es schon seit einem Tag nicht mehr, da die Leute angefangen haben, zu plündern! Kurzer Einwurf: Wer denkt, dass es länger dauert, bis verzweifelte Leute verzweifelte Dinge machen, sollte sich klar sein, dass bei Hurricane Catrina bereits am ersten Abend der Katastrophe Menschen für Nahrung gestorben sind!

Wie sieht es also unter solchen Bedingungen aus, wenn man mit einem militärisch anmutenden, voll bepackten Rucksack durch die Gegend läuft, der auf den ersten Blick klar macht: Hier ist jemand richtig gut ausgestattet und hat alles dabei, was andere sich auch hätten kaufen sollen, als es noch möglich war! Der Rucksack besser gesagt die Menschen, die deinen Rucksack haben wollen, werden ihn sich nehmen. Ohne Rücksicht.

Dieser Punkt ist so gravierend, dass er den gesamten Aufbau dieser Seite dominiert und immer wieder eine wichtige Rolle bei Entscheidungen einnimmt, die bei der Erstellung dieser Inhalte wichtig sind.

Du wirst auf Survivalrucksack.com keinen Link zu Artikeln finden, die unnötig, besser gesagt: ungewollte, auf dich aufmerksam machen. Die Rucksäcke sind schwarz oder grau. Sie haben keinen knalligen Farben oder Design-Elemente, an denen man dich leicht identifizieren kann. Es gibt ein spannendes Video hierzu, das mich sofort gefesselt hat, als ich es gefunden habe. Der Link hierzu ist folgender: Grayman in SHTF

 

2 Regeln, damit dein Bug Out Bag nicht zur Gefahr wird

  1. Packe smart! Nimm nur das mit, was wirklich wichtig ist. Gewicht ist hier dein Feind. Kaufe dir keine überteuerten Outdoor-Artikel, nur weil sie 20% leichter sind als normalerweise. Lasse lieber die 3kg schwere Axt weg, die dir in städtischer Umgebung eh keinen Vorteil dringt. Was brauchst du wirklich, falls Regeln, Systeme und evtl. die Gesellschaft den Bach runter gehen?
  2. Sei ein „Gray-Man“! Verhalte dich unauffällig und sei so wenig „erinnerungswürdig“ wie möglich. Ein militärischer Camouflage-Rucksack zieht die Blicke von verzweifelten und hungrigen Menschen an. Ein gewöhnlicher Sport-Rucksack in einer dunkeln Farbe und normale Kleidung machen dich zu einem von vielen. Und das ist deine Chance, zu überleben!

 

Ich hoffe, dass meine Ideen dir helfen konnte, dein Bug Out Bag noch besser zu durchdenken. Ich würde gern deine Anmerkungen und Gedanken zu dem Thema hören. Schreib in die Kommentare und mache die Seite bekannter!