Survival in der Stadt: Während der Katastrophe

Wenn das Thema Survival angesprochen wird, an was denkst du?…

Ich bin sicher, dass der Kontext eine große Rolle bei der Antwort auf diese Frage spielt. Als ich mich noch nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt und für diese Seite gearbeitet habe, war das Wort Survival für mich mit Bildern von Schiffbrüchigen auf einer einsamen Insel verknüpft. Später war es (Bear Grylls sein dank) dann das Bild des einsamen Wanderers, der sich in der Wildnis verirrt und Meilen von jeder Zivilisation entfernt um das nackte Überleben kämpfen muss. Ich habe wahrscheinlich alle Abenteuer Survival Folgen von Bear Grylls gesehen und fand es dabei jedes mal extrem spannend zu beobachten, auf welche Art die Szenarien dargestellt werden und welche Tipps er gibt, um wieder zurück in die Zivilisation zu finden. In diesem Artikel geht es um Survival in der Stadt: Während der Katastrophe.

Survival in der Stadt: Während der Katastrophe

 

Survival in der Stadt: Eine ganze andere Dynamik

Eines unterscheidet das Bild des verirrten Wanderers von Bild des Survivals in der Stadt: Wir leben in einem hochdynamischen Gebilde aus Supply-Chains, Versorgungslogistik und sind so gut wie elementar auf das Internet angewiesen. Zudem gibt es in der Stadt – und ich gehe davon aus, dass die meisten Leser dieser Seite aus Köln, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Bremen und anderen Großstädten kommen – vor allem die Gefahr in Form von „zweibeinigen Raubtieren“, sprich anderen Menschen, die auch um das Überleben kämpfen sollte eine SHTF-Situation eintreten. Was am Anfang eventuell noch Neid auf Vorräte sein kann, wird später möglicher Weise zur echten Gefahr, da verzweifelte Personen verzweifelte Dinge tun, um am Leben zu bleiben.

In Teil 1 der Reihe Survival in der Stadt ging es um die Vorbereitung auf eine Katastrophe. Dass dieser Artikel nicht alle Aspekte der richtigen Vorbereitung abdecken kann, sollte klar sein. Dafür sind die rund 1500 Wörter einfach zu wenig. In nächster Zeit folgen aber noch mehr Tipps. Wenn du keinen neuen Beitrag mehr verpassen möchtest, kannst du dich direkt für den Newsletter anmelden! Wir halten dich auf dem Laufenden.

Zurück zur Katastrophen-Situation in der Stadt: Sollte tatsächlich eine großflächige Katastrophe stattfinden, musst du nicht lange überlegen, ob es tatsächlich ernst ist. Dein Gefühl wird es dir sagen! Und wenn es ernst ist, zählt wirklich jede Sekunde und Minute, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Über das richtige Verhalten im Augenblick einer Katastrophe folgt noch ein weiterer Artikel, der genau darauf eingehen wird, wie man sich am besten im Fall eines bestimmten Szenarios verhalten sollte. Sprich wie verhalte ich mich zum Beispiel bei einem Bombenanschlag oder einer Active-Shooter Situation. Die Minuten nach einer Katastrophe sind allerdings ebenfalls von großer Bedeutung, weshalb ich kurz darstellen möchte, wie der zeitliche Ablauf aussehen könnte:

 

Minute 1 der Katastrophe

Stelle sicher, dass du keine schweren Verletzungen hast. Checke deinen Körper und suche nach Wunden, die dir im ersten Moment durch dein Adrenalinspiegel gar nicht aufgefallen sind. Wenn du unverletzt bist, kannst du dich nun um andere kümmern. Wie geht es deinem Partner und deiner Familie? Dies zu überprüfen könnte etwas schwieriger sein, wenn der Abstand zu groß oder eine einfache Kommunikation im Moment nicht möglich ist. Es wird sehr wahrscheinlich passieren, dass das Mobilfunknetz je nach Ausmaß der Katastrophe einen lokalen und großflächigen Zusammenbruch erlebt. Während Hurrikan Sandy war der mobile Service für Millionen von Menschen stark eingeschränkt, allerdings funktionierten noch SMS-Nachrichten. Lass deine Familie wissen, wo du bist und wie es dir geht. Eventuell ist das für längere Zeit die einzige Chance, mit Ihnen in Kontakt zu treten.

Beurteile die Gefahrenstufe der Situation und deiner Umgebung. Angenommen du bist bereits an dem Ort, an dem du in einem solchen Fall sein möchtest, welche Gefahren gibt es trotzdem? Befindest du dich in einem dicht besiedelten Gebiet, in dem Plünderungen und Gruppendynamik zu einer Gefahr werden können? Gibt es bereits Übergriffe? Wenn ja ist jetzt der späteste Zeitpunkt, an dem du dich und deine Angehörigen in Sicherheit bringen solltest.

Überprüfe deine Möglichkeiten! Du bist noch nicht unterwegs, kannst dich aber auf den Weg machen, falls es die Umstände erfordern? Hast du einen Ort, an dem es sicherer ist? Sind die Straßen bereits überfüllt und damit für Fahrzeuge unpassierbar? Ich persönlich würde vorerst versuchen, mit meinem Get Home Bag den Weg nach Hause zu bestreiten, bevor ich mir Gedanken über einen möglich Bug Out mache. Zuhause habe ich Wasser, Lebensmittel und die Dinge, die ich in einer solchen Situation gut gebrauchen kann!

 

Stunde 1 der Katastrophe

Sammle möglichst viele Informationen! Es würde seltsam aussehen, sofort seine Haustür mit Sandsäcken zu verbarrikadieren oder Bretter an die Fenster zu nageln. Sammle also zuerst möglichst viele Informationen über die Skalierung aus Auswirkungen der Katastrophe. Ein Dual-Band Amateur Handfunkgerät ist immer dann zu empfehlen, wenn die traditionellen Nachrichten und Medien schweigen, aber es enorm wichtig ist, dass man einige Kenntnisse über die aktuelle Situation bekommt.


Sprich mit deinen Nachbarn! Dies kann auf unterschiedliche Arten sinnvoll und hilfreich sein. Vielleicht hast du noch nie einigen Personen aus deiner Nachbarschaft besprochen. Aber die Katastrophe bringt die Leute auf die Straße. Du bekommst eventuelle Informationen und Gerüchte über die aktuelle Lage. Braucht einer deiner Nachbarn hilft oder hat gesundheitliche Probleme, bei denen du helfen kannst? Es ist sinnvoll, alle diese Informationen so zeitnah wie möglich zu sammeln, da man möglicher Weise später damit umgehen muss. In diesem Moment gibt es aber auch, sich möglichst unauffällig zu verhalten. Lass zu diesem Zeitpunkt nicht deutlich werden, dass du ziemlich gut auf eine solche Situation vorbereitet bist. Wenn bei allen anderen die Wasserhähne ihren Dienst einstellen solltest du nicht erzählen, dass du Wasser für zwei Wochen gelagert hast!

 

Tag 1 der Katastrophe

Triff Maßnahmen zum Selbstschutz! Sprich mit deinem Partner oder deiner Familie über die gegenwärtige Realität. Wenn die Dinge in den letzten 24 Stunden wirklich schlecht genug gelaufen sind sind, ist es sinnvoll mit deinem Partner und gegebenenfalls auch mit deinen Kindern darüber zu sprechen, was in der nächsten Zeit anders sein wird. Kinder werden natürlich Fragen stellen. Versuche die Antworten auf ein Mindestmaß an Verständlichkeit und Nachdruck herunter zu brechen: Es kann passieren, dass Menschen kommen, die Dinge haben wollen, die ihnen nicht gehören. Wie sollte man sich verhalten, wenn Leute versuchen einzubrechen oder wenn jemand um Essen bittet? Warum ist es nicht mehr möglich, allein draußen zu sein und warum sollte man niemanden näher als 5 Meter an sich heran lassen?

Hinterfrage den aktuellen Stand der Situation! Nach eine Katastrophe eines bestimmten Ausmaßes kann ich mir nicht vorstellen, dass innerhalb von eineigen Tagen oder sogar auch Wochen wieder eine Art Normalität eintreten wird. Vor allem nicht, bevor eine Menge an Panik, Hysterie und Gewalt stattgefunden haben wird. Jeder Tag wird also ein neuer Anfang sein, sich auf die aktuelle Situation einzustellen. Jeder Interaktion mit einem anderen Person kann deine Situation schlagartig verändern. Ich glaube nicht, dass es so einfach auszusitzen sein wird wie man sich vorstellt: In Ruhe durch Vorräte abgesichert im Haus bleiben und darauf warten, dass sich der Rest der Welt beruhigt.

 

Genauer nachgefragt

Der ein oder anderen wird das hier lesen und dabei recht entspannt sein. Hoffentlich. Du hast genügend Vorräte für rund zwei bis vier Wochen angelegt und verfügst über ausreichend Wasser für eine bestimmte Zeitspanne. Du hast Maßnahmen zum Selbstschutz getroffen (darüber folgt ein weiterer Artikel in nächster Zeit) und du weißt, wie du dich effektiv verteidigen kannst. Aber was, wenn du zum Zeitpunkt der Katastrophe deine Eltern oder Freunde zu Besuch hast? Wirst du diese mit versorgen können, wenn die Gesellschaft am Abgrund steht? Würdest du sie bitte zu gehen?

Prepping und Survival sind eine Art zu denken und zu planen. In einem „optimalen“ Szenario wirst du genug Vorräte, Wissen und Fähigkeiten haben, um alles durchzustehen, was auf dich wartet. Du wirst eventuell gegenüber Nachbarn einen klaren Vorteil haben. Aber am Ende kann dieser Vorteil auch deutlich kleiner sein, als du vielleicht denkst und die Situation kann wesentlich schlechter aussehen, als du es dir vorstellen kannst. Wir tun das beste, um vorbereitet zu sein, aber am Ende müssen wir mit den Karten spielen, die uns gegeben werden.

 

Im Nachgang

Am Endes dieses Artikel möchte ich mich sehr gern bei Sascha von Survivethis.news bedanken.

Sein Beitrag über die Hintergründe von The Division haben mir bei der Erstellung dieser Inhalte enorm geholfen! Den vollständigen Artikel von Survivethis findest du hier!

Als Vorgeschmack noch ein Video aus dem Artikel, welches wirklich interessant ist. Mehr Videos gibt es auf Survivethis!

The Division erscheint am 08. März! Für jeden, den das Thema Survival interessiert, ein absoluter Pflichtkauf!

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