Nach dem Ende der Welt: Und was jetzt?

das Ende der Welt

Die Ausgangssituation

Viele neue Leute kommen täglich auf diese Seite. Mittlerweile sind es sogar mehrere Hundert pro Tag, was uns natürlich sehr freut und auch ein Stück weit motiviert, trotz unserer Full-Time Jobs an dieser Seite zu arbeiten. Und jeder, der sich mit dem Thema Survival beschäftigt, hat seine eigene Vorstellung davon, auf was man sich vorbereiten kann bzw. sollte. So unterschiedlich dabei die möglichen Szenarien und Ereignisse sind, eines haben alle gemeinsam: wir versuchen alle, möglichem Leid schon im Vorfeld aus dem Weg zu gehen!

Survival und die entsprechenden Vorbereitungen können eigentlich relativ einfach zusammengefasst werden. Wir bereiten uns auf ein Ereignis vor, das wir weder beeinflussen, umgehen oder verhindern können. Es geht nur darum, möglichst gut das ganze durchzustehen. Und viele Dinge, die mit dem Thema Survival zu tun haben, lassen sich auf eine Vielzahl von möglichen Situationen und Gegebenheiten gut anwenden. Am Ende geht es darum, am Leben zu bleiben und zwar auf eine Art, die möglichst erträglich ist.

 

Wie wir uns das Ende der Welt vorstellen (sollen)

Oft malt man sich ziemlich drastische Szenarien aus, wenn man an das Thema Survival und Prepping denkt. Filme wie The Road, Book of Eli und so weiter geben uns bestimmte Themen und Bilder vor, an denen sich unsere Gedanken entlang hangeln. Nur die wenigsten haben eben eine klare Vorstellung davon, wie mies es werden kann. Aber gehen wir einmal davon aus, dass eine SHTF-Situation eintritt, die nicht gleich das Ende der Menschheit bedeutet, sondern nur TEOTWAWKI. Und wir gehen davon aus, dass wir es irgendwie geschafft haben, diese Katastrophe zu überleben: Was jetzt?

 

Survival bedeutet, sich anpassen zu können

Lass mich damit beginnen, dass es natürlich auch mir passieren kann, dass ich manchmal in unterschiedlichen Artikeln auf SurvivalRucksack verschiedene Standpunkte vertrete. Genau wie jeder andere auch, passt sich meine Sicht der aktuellen Situation an. Die Rahmenbedingungen ändern sich eben genau so schnell wie die Gefahren, vor denen wir uns schützen wollen. Um es auf den Punkt zu bringen: Alles, was wir mit dem Thema Survival mittlerweile bestellt, aufgebaut und ausprobiert haben, ist nicht dafür ausgelegt, unendlich lange zu funktionieren. Wir haben nicht 3.000 Batterien zu Hause rumliegen, sondern 30. Genauso verfügen wir zwar über Wasserfilter und ausreichende Mengen abgefülltem Wasser, damit wir mittelfristig zurecht kommen, irgendwann würden wir aber auch anfangen müssen, Regenwasser zu sammeln und zu schauen, auf welchem Feld unser nächstes Essen herum läuft. Wir haben also einen gewissen Survival-Plan, aber was bedeutet das überhaupt?

 

Sind unsere Survival Vorräte und Anschaffungen wertlos?

Man könnte jetzt natürlich sagen, dass all diese Gegenstände und Vorräte nutzlos sind, wenn das Haus nicht mehr steht oder eine SHTF Situation eintritt, wenn man gerade im Urlaub ist. Und das stimmt auch. Du denkst vielleicht gerade, dass dann aber immerhin die Skills und das Wissen bleiben, mit denen man besser zurecht kommt, als der Rest. Das Argument lasse ich auch gelten, es hat allerdings nur Gewicht, wenn wir davon ausgehen, dass alles so bleibt, wie wir es kennen.

 

Welche SHTF-Situation wird uns treffen und was dann?

Survival-Vertreter scheinen sich für die großen Probleme und möglichen Szenarien bestens vorzubereiten. Dabei geht es um Probleme wie wirtschaftliche Zusammenbrüche. Aber selbst das wäre es noch nicht, was ich als Ende der Welt bezeichnen würde. Die Geschichte zeigt, dass es das wahrscheinlich auch nicht sein wird, das es das früher ebenfalls nicht war. Es gibt natürlich auch Katastrophen im größeren Maßstab: Ein verheerender Sonnensturm, eine umkalkulierbare Epidemie oder eben einen Krieg, der so nicht „absehbar“ ist. Es geht also um eine Entwicklung, an dessen Ende (wenn man es dann erlebt), tatsächlich die Welt wie wir sie kennen, zu Ende ist. Was dann?

 

Die erste Welle überstehen

Oft genug lese ich vor allem auf amerikanischen Prepper-Seiten, dass es nur darum geht, die „erste Welle“ zu überstehen. Quasi das Gröbste auszusitzen, irgendwie durch zu kommen und dann die zu sein, „die es geschafft haben“.

Können wir ernsthaft davon ausgehen, dass diejenigen, „die es geschafft haben“, dann wieder anfangen, Nahrung anzubauen und alles soweit wieder aufzubauen? Das kann ich mir wirklich nur sehr schwer vorstellen. Und wenn überhaupt, dann nicht nach Wochen oder Monaten, sondern eher nach Jahrzehnten. Überstehen unsere Vorräte überhaupt so lange?

 

Mein erste Gedanke dazu

Mein erster Gedanke zu diesem Szenario ist folgender: Es werden nicht nur diejenigen überleben, die sich im Vorfeld darüber Gedanken gemacht haben. Es werden die sein, die überleben wollen. Und es werden genauso viele Survival-Personen das ganze nicht überstehen wie gewöhnliche Personen, die nicht das Glück haben, sich eine weitere Perspektive anzuschauen. Stell gedanklich doch einmal einem Normalo mit nichts zu verlieren und einen Pepper mit einem ganzen Keller voller Survival-Vorräte aber schwachen Fähigkeiten, um sich zu verteidigen, gegeneinander auf. Ich würde jedes Mal mein Geld auf den Normalo setzen, der eben nichts zu verlieren hat.

 

Mein zweiter Gedanke dazu

Der zweite Gedanke, der mir gerade durch den Kopf geht, hat eine soziale Komponente. Jedes Mal, wenn es in unserer Geschichte eine weitreichende Katastrophe gab, haben sich Gruppen gebildet. Genau diese Gruppen brauchen Ressourcen, um überhaupt bestehen zu können. Auf der Suche nach diesen Ressourcen wird zuerst das Gebiet vergrößert, in denen man danach sucht und im zweiten Schritt werden drastische Entscheidungen getroffen, um diese Notwendigkeiten zu bekommen. Die Vorstellung, dass man allein und zurückgezogen irgendwo im Wald sein Essen anbaut und mit seinem Generator die letzte Staffel Lost anschaut (um am Ende enttäuscht zu sein), ist zwar irgendwie witzig, aber unwahrscheinlich. Man muss sich wohl oder übel einer Gesellschaft anschließen, um langfristig nicht allein und mit den Konsequenzen daraus da zu stehen.

 

2 wertvolle Tipps: Die Dynamik nicht unterschätzen und nicht überheblich werden

Survival-Anhänger oder Prepper haben manchmal die Angewohnheit zu denken (und dabei nehme ich mich nicht raus), dass man mit den nötigen Skills schon irgendwie zurecht kommen kann. Zumindest länger als der Rest, der unwissentlich dem Ende entgegen läuft. Vielleicht stimmt das ja auch zu einem gewissen Teil, aber im Leben ist nichts garantiert, sondern verändert sich dynamisch.

Die Beschäftigung mit dem Thema Survival gibt dir aus meiner Sicht einen enormen Vorteil, keine Frage! Aber es ist nicht eine Superhelden-Eigenschaft, mit der dir nichts zustoßen kann. Unsere Vorräte werden uns nicht beschützen oder davor bewahren, dass es richtig eng wird. Und selbst wenn wir das Gröbste überstehen, sind wir alle ganz am Anfang und haben alle die gleichen Karten in einem komplett neuen Spiel.

 

Wirtschaftlich überlegen, sozial unterentwickelt

Wenn es wirklich eine TEOTWAWKI-Situation gibt, hast du das Glück, vielleicht besser Chancen zu haben als der Normalo, aber die Chance ist kurze Zeit später wieder vollkommen ausgeglichen. Es bleiben eben nur die Fähigkeiten, das Wissen und die Pläne, die dir einen gewissen Vorteil verschaffen können.

Insofern müssen wir uns nicht nur Gedanken über die SHTF-Situation als solche machen, sondern auch um über das, was danach sein kann. Wir sollten nicht nur das Überleben trainieren, sondern auch das Wiederaufbauen und vor allem das Zwischenmenschliche. Wir haben die letzten 70 Jahre damit zugebracht, unsere Wirtschaft auf ein Level zu bringen, auf dem man innerhalb von 24 Stunden alles geschickt bekommen kann, um Monate, wenn nicht sogar Jahre zu überleben. Aber wann haben wir das letzte Mal jemandem fremdes geholfen?

 

Alles was bleibt, wird lokal sein.

Was am Ende von unserer Welt überbleibt, hängt stark davon ab, was uns widerfahren wird. In einem „überlebbaren“ Szenario wird es alles sein, was lokal ist. Also das, was wir als Stadt oder Gemeinde verstehen. Natürlich mit gravierenden Einschränkungen, was den Luxus unserer Zeit angeht hinsichtlich Sicherheit, Versorgung und Bequemlichkeit, aber immerhin etwas, worauf sich wieder aufbauen ließe. Das würde natürlich nicht nur gefühlt eine Ewigkeit in Anspruch nehmen, sondern alles auf den Kopf stellen und eine neue Welt sein, die sich bis in die Grundzüge von unserer unterscheidet. Wir würden eine Perspektive auf unser Wissen und unsere Fähigkeiten haben, die uns darauf hoffen lässt, wieder in eine so ausgezeichnete Position zu kommen, wie die, in der wir jetzt sind. Wir haben alle Möglichkeiten, nutzen aber nur die wenigsten davon.

Survival ist ein ziemlich spannender Gedanke und macht zumindest uns eine Menge Spaß. Die Einstellung daraus kann uns helfen, kleine Krisen perfekt zu überstehen und eben auch große Probleme besser zu bewältigen als der Rest. Und wenn wirklich massive Veränderungen stattfinden, hilft uns die Einstellung hoffentlich dabei, es auf die andere Seite zu schaffen. Ich hoffe, wie sehen uns dort!

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