10 Fragen, bevor du jemanden in deine Survival-Gruppe aufnimmst

Das Szenario sieht ungefähr so aus: TEOTWAWKI (The end of the World as we know it) passiert. Die Ursachen dafür können unzählige sein, aber im Moment kommt es nur darauf an: Die Lage sieht so mies aus, dass dein Survival-Plan in Kraft tritt. Ab jetzt ist das Ganze keine hypothetische Überlegung mehr, sondern es geht um dein Überleben.

survival rucksack deutsch

Die Ausgangssituation

Du, deine Familie und enge Freunde sind in deinem Haus. Im Optimalfall seid ihr bereits an deinem Bug Out Ort versammelt. Um euch herum genügend Wasser, um für die nächste Zeit zurecht zu kommen, ausreichend Nahrungsvorräte für die nächsten Monate und etwas, um sich gegen „zweibeinige Raubtiere“ zu verteidigen, falls sie zur Gefahr werden.

An dieser Stelle möchten wir schon auf einen Artikel hinweisen, an dem wir gerade arbeite. Er wird dir eine umfassende Roadrap zum Thema Prepping liefern. Sehr detailliert, aber es ist die Arbeit bei der Erstellung auf jeden Fall wert: Sei gespannt!

 

Deine Gruppe muss wachsen, um zu überleben

Zurück zum Szenario: Deine Situation ist keine hypothetische Überlegung mehr sondern eine echte Survival-Situation. Du befindest dich in einer Gruppe von Leute, die sich gegenseitig Schutz, Solidarität und moralische Unterstützung bieten. Zusätzlich könnt ihr zusammen in der Gruppe einen Garten bewirtschaften, um auf lange Sicht genügend Vorräte anzulegen.

ABER: Es ist unwahrscheinlich, dass diese ausgewählte Gruppe alle Fähigkeiten und Ressourcen mitbringt, die langfristig gesehen notwendig sind. Klar, in einer perfekten Welt würde deine Gruppe aus taktisch ausgebildeten Ex-Militärs bestehen, die genau wissen, was sie tun und jeder Skill in dieser Gruppe vertreten ist. Da wir uns aber in der echten Welt befinden, wird diese Konstellation wahrscheinlich nicht zusammen finden. Selbst wenn, was passiert, wenn der Stromgenerator nicht mehr funktioniert oder wenn ein Fahrzeug seinen Dienst einstellt? Was ist zu tun, wenn ein Gruppenmitglied eine Infektion durch eine schlecht behandelte Wunde hat, die professionell versorgt werden muss? Dafür braucht es Know-how und die richtigen Fähigkeiten. Und was noch wichtiger ist: Je größer die Gruppe, desto sicherer können sich die einzelnen Mitglieder fühlen.

Es geht also darum, Leute in diesen Kreis mit aufzunehmen. Leute, die vertrauenswürdig sind und die einem ebenso das nötige Vertrauen entgegenbringen. Wie man sich verhalten sollte, wenn ein neues potenzielles Gruppenmitglied vor der Tür steht und worauf man vor allem achten sollte, klärt dieser Artikel anhand von 10 Fragen. Ohne sich selbst diese Fragen zu stellen, sollte man nie einen Anwärter in seine Survival-Gruppe aufnehmen. Und das aus einem guten Grund: Es geht um dein Überleben und um das deiner Familie und Freunde!

 

1: Vertraust du dem Anwärter auf den ersten Blick?

Hier spielt dein Bauchgefühl eine zentrale Rolle. Kennst du das Gefühl, kurz bevor etwas gefährliches passiert und dein Körper sich bereits unbewusst darauf vorbereitet? Genau auf dieses Gefühl heißt es zu hören!

Natürlich kann sein ein Ersteindruck mit der Zeit abschwächen oder verändern, eine grobe Orientierung liefert er aber auf jeden Fall, denn es gibt verschiedene Arten von Vertrauen. Es gibt das Vertrauen, jemanden deiner Survival-Gruppe vorzustellen und es gibt das Vertrauen, dass dieser Jemand am Ende mit deinen Freunden, vielleicht sogar mit deinen Kindern allein ist. Hör auf dein Bauchgefühl!

 

2: Bringt der Anwärter Fähigkeiten mit, die gebraucht werden?

Vorweg: Der Neue in der Gruppe braucht pro Tag  etwa 5 Liter Wasser, rund 2000kcal an Nahrung und genügend Platz zum Schlafen. Dieser Tausch von wertvollen Ressourcen kann nur gerechtfertigt sein, wenn der Anwärter Fähigkeiten mitbringt, die der Gruppe nützen. Vielleicht hat der Anwärter einen medizinischen Hintergrund, eventuell ist der gelernter Mechaniker oder ist militärisch geschult. Egal welche Fähigkeiten er oder sie mitbringt: Bringt er die Gruppe damit weiter?

 

3: Bringt der Anwärter Dinge mit, die nützlich sind?

Wir sind immer noch im SHTF-Szenario vom Anfang. Fast alles, was nützlich ist, kann man nur noch sehr schwer auftreiben oder beschaffen. Was bringt der Anwärter mit in die Gruppe? Falls es Waffen, Nahrung oder bestimmte Werkzeuge sind, stehen seine Chancen gut, eine sinnvolle Ergänzung für die Gruppe darzustellen. Falls nicht,…

 

4: Sind genügend Ressourcen vorhanden, um den Anwärter zu versorgen?

Hier geht es um nackte Zahlen. Wie schon bei Punkt 2 angedeutet geht es in der Survival-Situation um das Haushalten mit Wasser, Nahrung und Schutz. Falls man über eine fast unerschöpfliche Wasserquellen wie einen Brunnen oder einen großen See verfügen kann, ist man hier klar im Vorteil. Auch das Nahrungsangebot spielt eine Rolle. Muss man für jede Mahlzeit eine längere Strecke zurücklegen und sich jedes Mal aufs Neue in die Gefahr begeben, Plünderern oder Banden über den Weg zu laufen? Falls ja, wird es eine große Herausforderung zusätzliche Ressourcen für einen Anwärter bereit zu stellen.

 

5: Welche Umstände haben den Anwärter zu der Gruppe gebracht?

Ein potenzieller Anwärter kann nützliche Informationen liefern. Vielleicht kennt er sich in Gegenden aus, die du bisher noch nicht erkundet hast oder er weiß, wie man effektiver jagen kann. Aber warum ist der gerade zu deiner Gruppe gekommen? Wurde er von einer anderen Gruppe ausgestoßen oder versucht er schon seit längerer Zeit erfolglos, sich einer Gruppe anzuschließen? Die Antworten auf diese Fragen können enorm wichtig sein.

 

6: Wie verzweifelt oder hilfsbedürftig bist du selbst?

Bei diesem Punkt kommen wir noch einmal auf deine Lage zurück. Hast du mit deiner Gruppe noch ausreichend Vorräte? Gab es in letzter Zeit kritische Situationen durch Angreifer oder Unfälle? Ein Anwärter kann zusätzliche Unterstützung bedeuten. Sei es zum Arbeiten, Wachdienst, Bewirtschaften des Gartens oder der Planung eines bessern Bug Out Ortes.

 

7: Wie gut kennst du den Anwärter?

Es ist möglich, dass jemand vor deiner Tür steht, den du kennst. Er könnte dich bewusst aufgesucht haben, um Schutz zu bekommen und den Wunsch zu äußern, sich dir anzuschließen. Du würdest dieser Person wahrscheinlich weniger skeptisch gegenüber stehen als einem Fremden, den du nicht einschätzen kannst und noch nie vorher gesehen hast.

 

8: Kennt jemand aus deiner Gruppe den Anwärter?

Dieser Punkt ist eine Erweiterung der Frage 7. Falls jemand aus deiner Gruppe den Anwärter kennt, bringen dir die Informationen darüber einen Vorteil bei der Überlegung, ob der Neue eine Gefahr oder eine gute Ergänzung zu deiner Gruppe darstellt.

 

9: Was denkt die Gruppe über den Anwärter?

Höre auf das, was dir deine Vertrauten raten. Wenn jemand kein gutes Gefühl dabei hat, einen neuen Anwärter aufzunehmen, kann dies ein Signal dafür sein, dass tatsächlich eine Gefahr von dieser Person ausgeht. Auf jeden Fall wäre aber die Stimmung in der Gruppe davon betroffen, falls du dich trotz der Zweifel anderer dazu entschließen solltest, den Anwärter aufzunehmen. Die soziale Dynamik ist in einem solchen Szenario äußerst komplex, da man jeden Tag Entscheidungen treffen muss, die über Leben und Tod entscheiden.

 

10: Was sagt dir dein Gefühl?

Du erinnerst dich gerade an die erste Frage? Was sagt dir jetzt dein Bauchgefühl? Falls sich nach diesen Fragen dein Ersteindruck bestätigt hat, kannst du auch in Zukunft darauf vertrauen, dass deine Intuition einer der besten Begleiter ist, die du dir wünschen kannst.

Denk daran, dass nur wenn dein Denken (rationale Fragen nach dem Mehrwert), Handeln (wie verhältst du dich in einer Situation) und Fühlen (was sagt dir dein Bauchgefühl) eine Einheit bilden, du Entscheidungen treffen kannst, mit denen du und deine Gruppe leben können. Dein Gefühl wird dir meistens die richtige Entscheidung zuspielen.

Stelle dir selbst die Fragen und achte genau darauf, was die erste Antwort ist, die dir in den Kopf kommt. Da diese unbewussten Beantwortungen meist durch Emotionen und nicht durch Rationalität gesteuert werden, stellen sich diese meist als die beste Alternative heraus.

 

Anmerkung: Während der Zeit, in der die 10 Fragen noch nicht geklärt sind, sollte man niemanden zu nah an die eigene Gruppe heran lassen. Denn bis die Entscheidung getroffen ist, ob jemand Teil dieser Gemeinschaft werden sollte, kann er eine Vielzahl relevanter Informationen erlangen. Wie viele Personen befinden sich in der Gruppe? Wie gut sind sie trainiert und in Form? Haben sie genug Nahrungsvorräte? Wie sieht es mit der Bewaffnung aus? Gibt es Schwachstellen?

All diese Informationen könnten 10km weiter an eine Gruppe verraten werden, die nur darauf wartet, leichte Beute zu machen und sich daran zu bereichern, was man selbst vorbereitet und mit viel Zeit und Ressourcen aufgebaut hat.